Tourismus Newsletter DACH KW 42: Die Welt reist langsamer – und lieber mit Menschen

Willkommen zum Tourismus Newsletter DACH KW 42. Diese Ausgabe schaut über den Tellerrand: Der internationale Tourismus ist 2026 fast zum Stillstand gekommen, während Dubai und Japan in entgegengesetzte Richtungen laufen. Gleichzeitig zeigen zwei große Studien dieser Wochen ein überraschend konsistentes Bild: Reisende wollen, dass Künstliche Intelligenz im Hintergrund arbeitet, nicht an der Rezeption – und sie wollen zunehmend weniger Programm, dafür mehr Zeit an einem Ort. Zwei Trends, die für Betriebe im deutschsprachigen Raum mehr Substanz bieten als jede Schlagzeile über neue KI-Tools. Am Ende der Ausgabe ziehe ich die Linie zur DACH-Region.


🌍 Globaler Tourismus-Markt: Wachstum fast zum Stillstand gekommen

UN Tourism: nur noch 0,4 Prozent Plus im ersten Halbjahr 2026

Laut dem World Tourism Barometer von UN Tourism (veröffentlicht Mitte September 2026) reisten zwischen Jänner und Juni 2026 weltweit rund 690 Millionen Menschen international – nur etwa 3 Millionen oder 0,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Verlauf war unruhig: Das erste Quartal wuchs noch um 2 Prozent, das zweite Quartal schrumpfte um 1 Prozent, allein im Juni gingen die Ankünfte weltweit um 3 Prozent zurück. Regional zeigt sich ein gespaltenes Bild: Afrika (+4 %) und Europa (+3 %) wuchsen solide, Amerika legte um 2 Prozent zu. Asien-Pazifik kam nur auf 1 Prozent Plus und liegt damit weiterhin 11 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2019. Der Nahe Osten verzeichnete wegen des dortigen Konflikts einen Einbruch von 22 Prozent. UN Tourism hat seine Wachstumsprognose für das Gesamtjahr 2026 deshalb von ursprünglich 3–4 Prozent auf nur noch 1–2 Prozent gesenkt.

Auch die Luftfahrtzahlen bestätigen die Abschwächung: Laut dem Internationalen Luftverkehrsverband IATA sank die weltweite Passagiernachfrage im August 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,8 Prozent, nachdem der Juli noch ein leichtes Plus gebracht hatte. Haupttreiber war der Einbruch nahöstlicher Fluggesellschaften um 14,6 Prozent; ohne den Nahen Osten wäre die weltweite Nachfrage um 0,6 Prozent gewachsen. Für den Herbst zeigt sich IATA vorsichtig optimistischer: Die geplante Sitzplatzkapazität soll im September um 1,6 Prozent und im Oktober um 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen – IATA-Chefökonomin Marie Owens Thomsen warnte aber, dass höhere Energiepreise und geopolitische Unsicherheit Reisende zusätzlich bremsen könnten.

Für die Praxis: Ein weltweites Wachstum von 0,4 Prozent bedeutet nicht, dass überall Stillstand herrscht – es bedeutet, dass sich Wachstum auf einzelne Regionen und Marktsegmente konzentriert, während andere stagnieren oder schrumpfen. Wer sich auf globale Prognosen verlässt, sollte genauer hinschauen, welche Quellmärkte und Segmente innerhalb dieses Durchschnitts tatsächlich wachsen – und welche die Zahl nach unten ziehen.

Quelle: UN Tourism / Hospitality Net, 17.9.2026 und IATA, 30.9.2026


🗺️ Regionalfokus: Gegensätze in Asien und am Golf

Straßenszene in Tokio mit Torii-Tor, Passanten und Fahrrad
Symbolbild – nicht der Schauplatz der Meldung.

Japan: Ankünfte im August erstmals seit Mai wieder rückläufig

Japans Tourismusbehörde JNTO meldete für August 2026 einen Rückgang der internationalen Ankünfte um 9,6 Prozent auf 3.098.900 Personen gegenüber 3.428.406 im August 2025 – der erste Rückgang seit zwei Monaten. Der größte Quellmarkt Südkorea wuchs zwar um 28,7 Prozent auf 850.500 Ankünfte, doch China brach um 59,0 Prozent auf 418.000 ein. JNTO führt das weiterhin auf eine Reisewarnung der chinesischen Regierung gegenüber Japan zurück. Gleichzeitig erreichten 14 andere Quellmärkte – darunter Südkorea, Malaysia und Mexiko – im August Rekordwerte. Kumuliert über Jänner bis August 2026 liegen die Ankünfte mit 27.626.300 um 2,7 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum.

Für die Praxis: Die Japan-Zahlen zeigen beispielhaft, wie stark geopolitische Spannungen einzelne Quellmärkte treffen können, während andere ungebremst wachsen. Für DACH-Destinationen mit Fernmarkt-Ambitionen lohnt sich der Blick auf die eigene Quellmarkt-Streuung: Wer zu stark auf einen einzigen Markt setzt, trägt ein Konzentrationsrisiko, das sich über Nacht realisieren kann.

Quelle: Japan National Tourism Organization (JNTO) / Travel Voice, 21.9.2026

Balkendiagramm: Internationale Ankünfte in Japan im August 2025 (3.428.406) gegenüber August 2026 (3.098.900)
Japan: Internationale Ankünfte im August im Jahresvergleich. Quelle: JNTO, veröffentlicht 21.9.2026. Grafik: gernot-riedel.com

Dubai: stärkster Besuchermonat seit Februar, Erholung nach geopolitischer Flaute

Dubai verzeichnete im August 2026 rund 869.000 internationale Übernachtungsgäste – den höchsten Monatswert seit Februar 2026 und das Ergebnis eines zweistelligen Wachstums seit März. Die Hotelauslastung stieg von 36 Prozent im März auf 66 Prozent im August, was 89 Prozent des Augustwerts 2025 entspricht. Kumuliert kamen von Jänner bis August 2026 rund 6,97 Millionen internationale Gäste, größter Herkunftsmarkt war Westeuropa mit 20 Prozent, vor Südasien (17 %), den Golfstaaten (16 %) und Osteuropa/GUS (14 %). Die Daten wurden vom Dubai Department of Economy and Tourism (DET) anlässlich der Arabian Travel Market 2026 veröffentlicht; vorausgegangen war ein Unterstützungspaket der Emirate für Tourismus und Hotellerie, nachdem regionale geopolitische Spannungen den Reiseverkehr zuvor gedämpft hatten.

Für die Praxis: Die Erholung Dubais von März bis August – von 36 auf 66 Prozent Auslastung – zeigt, wie schnell sich Destinationen von geopolitisch bedingten Einbrüchen erholen können, wenn Fluganbindung und Investitionen schnell nachgezogen werden. Für DACH-Betriebe mit Gästen aus dem Golfraum ist der stabile Herkunftsmarktanteil Westeuropas (20 %) in Dubais Mix ein Hinweis darauf, dass europäische Reisende dort weiterhin aktiv Richtung Sonne buchen – ein Konkurrenzfaktor für die eigene Wintersaison.

Quelle: Dubai Department of Economy and Tourism (DET) / Entrepreneur Middle East, 14.9.2026

Balkendiagramm: Hotelauslastung in Dubai im März 2026 (36 Prozent) gegenüber August 2026 (66 Prozent)
Dubai: Hotelauslastung im Jahresverlauf 2026. Quelle: Dubai Department of Economy and Tourism, veröffentlicht 14.9.2026. Grafik: gernot-riedel.com

🤖 Technologie & Innovation: KI rückt ins Backoffice, nicht an die Rezeption

Der Schweizer PMS-Anbieter Mews hat am 1. Oktober 2026 „Guest Messaging and Automations“ eingeführt: einen gebündelten Posteingang für SMS, WhatsApp, Booking.com, Expedia und das eigene Gästeportal, der Standardanfragen automatisch beantwortet – allein während der Betaphase liefen laut Mews 47.000 Automatisierungen über die Plattform. Dass KI bei kleinen Beherbergungsbetrieben längst Alltag ist, zeigt eine Umfrage des Anbieters KeyData unter 392 US-amerikanischen Property-Managern für den Report „2027 Vacation Rental Industry Outlook“: 89 Prozent nutzen mindestens eine KI-Anwendung, am häufigsten automatisierte Gästekommunikation (50 %) – die höchste Adoptionsrate zeigen dabei die kleinsten Anbieter mit bis zu 29 Einheiten.

Bei den Buchungsplattformen positioniert sich seit 29. September 2026 ein neuer Player: Booking Holdings hat mit „Lola“ einen eigenständigen KI-Reiseassistenten gestartet, aufgebaut von den Kayak-Mitgründern Steve Hafner und Paul English. Neben einer kostenlosen Basisstufe gibt es zwei bezahlte Mitgliedschaften (5 beziehungsweise 25 US-Dollar pro Monat) mit bevorzugten Hotelraten; Startpartner sind unter anderem Booking.com, Priceline, Agoda, GetYourGuide und OpenTable. Bewusst verzichtet Lola auf Werbung und bezahlte Platzierungen – laut Hafner soll genau das Vertrauen der Mitglieder schaffen, ein Kontrastprogramm zum klassischen OTA-Modell.

Für die Praxis: Die Reihenfolge ist auffällig: Zuerst automatisieren Anbieter die Kommunikation im Hintergrund, erst danach wagen sie sich an kuratierte, bezahlte KI-Empfehlungsdienste. Für DACH-Betriebe liegt der kurzfristige Nutzen eher in Tools wie Mews‘ Automatisierungen – weniger Zeit für Standardanfragen, mehr Zeit für den Gast vor Ort – als im sofortigen Anschluss an neue KI-Assistenten wie Lola, deren Relevanz für den deutschsprachigen Markt erst sichtbar werden muss.

Quelle: Mews, 1.10.2026, PhocusWire zu KeyData, 7.10.2026 und PhocusWire, 29.9.2026


🧳 Consumer Behavior: weniger Programm, mehr Zeit an einem Ort

Mann entspannt in einer Hängematte im Wald
Symbolbild – nicht der Schauplatz der Meldung.

Zwei aktuelle internationale Trendreports zeichnen ein ähnliches Bild für 2027. Der Reiseveranstalter-Thinktank Lemongrass stellte am 6. Oktober 2026 seinen „2027 Trends Report“ vor und setzt den sogenannten „Anti-Optimised“-Urlaub an die Spitze von 15 Trends: Reisende planen bewusst weniger durchgetaktete Programme und bleiben länger an einem Ort, statt möglichst viele Stationen abzuhaken – eine Abkehr von Bucket-Listen, Biohacking und KI-generierten Reiseplänen hin zu langsameren, emotionaleren Erlebnissen. Skyscanner wiederum veröffentlichte am 8. Oktober 2026 seinen „Travel Trends 2027“-Report auf Basis einer Befragung von mehr als 28.000 Reisenden weltweit (Erhebungsraum nicht nach einzelnen Ländern aufgeschlüsselt, DACH-Anteil nicht gesondert ausgewiesen) und beschreibt unter dem Stichwort „Currency Chasers“ einen wachsenden Fokus auf Reiseziele, in denen das eigene Geld weiter reicht.

Für die Praxis: Beide Reports – unabhängig voneinander entstanden – deuten in dieselbe Richtung: weg vom Vollprogramm, hin zu längeren, bewussteren Aufenthalten. Das ist eine Steilvorlage für alpine Destinationen, die ohnehin stärker auf Entschleunigung als auf Taktung setzen können, sofern sie das auch so kommunizieren.

Quelle: Lemongrass / Euronews, 6.10.2026 und Skyscanner / Tendance Hôtellerie, 9.10.2026


🔍 Insider-Radar im Tourismus Newsletter DACH KW 42

  • Die Buchungsreise ist kein gerader Weg mehr. Eine gemeinsame Studie von Skift Research und McKinsey („Winning Hearts in an Age of Infinite Travel Choices“, Befragung von über 1.000 US-Reisenden plus Reisetagebüchern, Stichprobe USA – DACH nicht enthalten) zählt inzwischen 65 Kontaktpunkte auf dem Weg zur Buchung, verglichen mit rund 45 im Jahr 2018. 49 Prozent der Befragten haben nach der Buchung noch einmal die Unterkunft gewechselt, weil sie ein attraktiveres Angebot sahen. (New Kerala zu Skift/McKinsey, 26.9.)
  • Skyscanner meldet 17 Prozent mehr Reisesuchen weltweit trotz angespannter Budgets – ein Gegengewicht zur UN-Tourism-Wachstumsbremse bei den tatsächlichen Ankünften; Suchinteresse und realisierte Reisen laufen derzeit also nicht im Gleichschritt. (Tendance Hôtellerie, 9.10.)
  • Dubai steckt frisches Kapital in die Erholung. Dem jüngsten Besucherhoch ging ein milliardenschweres Unterstützungspaket der Emirate für Tourismus, Hotellerie und Entertainment voraus, nachdem die regionalen Spannungen den Reiseverkehr gebremst hatten – ein Beispiel dafür, wie gezielte öffentliche Investitionen eine Talsohle verkürzen können. (Entrepreneur Middle East, 14.9.)

Zahl der Woche

Eine Mews-Umfrage unter 3.250 Reisenden aus Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Spanien, Schweden, Großbritannien und den USA (Erhebung Juli 2026, veröffentlicht 7.10.2026; Deutschland ist in der Stichprobe enthalten, Österreich und die Schweiz nicht) zeigt: 58 Prozent der Gäste wünschen sich beim Check-in weiterhin einen Menschen statt KI, 66 Prozent bei der Begrüßung an der Rezeption, 72 Prozent im Bar- und Restaurantservice. 75 Prozent sagen, gute Gastfreundschaft hänge grundsätzlich von menschlichem Personal ab – unabhängig von der eingesetzten Technologie. Gleichzeitig befürchten 67 Prozent, KI könnte Hotelmitarbeitende den Job kosten. Ein nützlicher Gegenpol zur verbreiteten Annahme, der Empfang werde als erstes automatisiert: Gäste wollen KI offenbar eher im Backoffice als am Tresen.

Quelle: Mews / Hospitality Net, 7.10.2026

Tool der Woche

axe DevTools (accessibility.deque.com) ist eine kostenlose Browser-Erweiterung von Deque Systems für Chrome und Firefox, die mit einem Klick jede Webseite auf Barrierefreiheits-Probleme prüft – fehlende Alt-Texte, zu schwache Farbkontraste, fehlende Formular-Beschriftungen. Erweiterung installieren, die eigene Hotel- oder Verbandswebsite öffnen, auf „Scan“ klicken: Das Ergebnis liefert verständliche Erklärungen und konkrete Korrekturvorschläge, ganz ohne Entwicklerwissen. Eine Anmeldung ist nicht nötig, die Basisversion ist dauerhaft kostenlos. Angesichts des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes und vergleichbarer EU-Vorgaben, die zunehmend auch touristische Websites betreffen, ein guter erster Selbsttest.


💬 Gernots Einschätzung

Was mich an dieser Ausgabe am meisten beschäftigt, ist nicht die 0,4-Prozent-Wachstumszahl von UN Tourism – Zahlen, die kaum noch wachsen, kenne ich aus drei Jahrzehnten Tourismusarbeit in jeder Konjunkturphase. Es ist die Mews-Studie: 58 Prozent der Gäste wollen beim Check-in einen Menschen, 72 Prozent im Restaurant, 75 Prozent sagen, gute Gastfreundschaft hänge grundsätzlich von Menschen ab. Das widerspricht der Geschichte, die in der Branche gerade am lautesten erzählt wird – dass KI den Empfang und den Service in den nächsten Jahren übernimmt. Die Gäste selbst sehen das offenbar nüchterner als viele Anbieter. Dazu passt der zweite große Trend dieser Woche: Lemongrass beschreibt den „Anti-Optimised“-Urlaub, bei dem Reisende bewusst weniger Programm und mehr Zeit an einem Ort wollen. Beides zusammen ergibt für mich eine klare Richtung, und sie ist für den deutschsprachigen Alpenraum eine gute Nachricht: Wer ohnehin schon auf persönlichen Kontakt statt auf durchgetaktete Inszenierung setzt, muss diese Stärke nicht neu erfinden – nur sichtbarer machen. KI gehört für mich ins Backoffice, nicht an die Rezeption. Dort automatisiert sie Standardanfragen, damit mehr Zeit für den Menschen bleibt, der laut allen aktuellen Daten ohnehin der eigentliche Grund ist, warum Gäste wiederkommen.

Gernot Riedel | gernot-riedel.com


✍️ Aus meiner Feder

Passend zum Thema Differenzierung in dieser Ausgabe habe ich letzte Woche die Steiermark-Ausgabe meiner Bundesländer-Serie veröffentlicht: Das Bundesland knackt erstmals die 14-Millionen-Nächtigungs-Marke, ist das beliebteste Urlaubsland der Österreicher – und ist zugleich eine heimliche Motorsport-Macht. Zahlen, Stärken, Schwächen und die tatsächlichen Mitbewerber der Steiermark im Detail.

Zum Beitrag: Steiermark Tourismus: Zahlen, Stärken, Schwächen und die wahren Mitbewerber – auf gernot-riedel.com


🇦🇹🇩🇪🇨🇭 Was bedeutet das für die DACH-Region?

Chancen und Handlungsempfehlungen für den deutschsprachigen Tourismus

Drei Dinge aus dieser Ausgabe lassen sich direkt in Handlungen übersetzen:

1. KI zuerst im Backoffice einsetzen, nicht an der Gästeschnittstelle. Die Mews-Zahlen (58–75 % wollen an zentralen Kontaktpunkten weiterhin Menschen) sprechen dafür, automatisierte Gästekommunikation wie bei Mews oder vergleichbaren Tools zuerst für Anfragenbündelung, Terminkoordination und Übersetzung zu nutzen – und den direkten Gästekontakt an Rezeption, Tisch und Seminarraum bewusst menschlich zu halten. Konkret: Prüfen Sie, welche drei Standardanfragen (Anreisezeiten, Parkplatz, WLAN) sich automatisieren lassen, ohne dass der erste menschliche Kontakt verschwindet.

2. Auf „weniger Programm, mehr Zeit“ aktiv eingehen. Sowohl Lemongrass als auch Skyscanner beschreiben unabhängig voneinander eine Abkehr von durchgetakteten Reisen. Alpine Destinationen mit Rückzugsqualität sollten das nicht als Risiko für die Auslastung lesen, sondern als Bestätigung ihres Angebots. Konkret: Bewerben Sie längere Aufenthalte mit weniger, aber hochwertigeren Programmpunkten aktiv als Gegenentwurf zum durchgetakteten Städtetrip – nicht nur in der Nebensaison.

3. Quellmarkt-Konzentration prüfen. Japans Erfahrung – ein einzelner Markt (China) bricht um 59 Prozent ein, während 14 andere Rekorde erzielen – zeigt, wie real das Risiko einseitiger Quellmarkt-Abhängigkeit ist. Konkret: Werfen Sie einen Blick auf die Herkunftsstruktur Ihrer Gäste der letzten zwei Jahre und markieren Sie, welcher einzelne Markt im Ernstfall am meisten schmerzen würde.

4. Preisbewusstsein ernst nehmen, ohne in den Preiskampf zu gehen. Skyscanners „Currency Chasers“-Trend und die insgesamt gedämpfte globale Wachstumsrate zeigen: Reisende planen bewusster, nicht sparsamer um jeden Preis. Konkret: Kommunizieren Sie Preis-Leistung aktiv über das, was im Aufenthalt enthalten ist – nicht über Rabatte, die die eigene Marge drücken.

5. Gastfreundschaft als Standortvorteil explizit benennen. Wenn 75 Prozent der international Befragten sagen, gute Gastfreundschaft hänge von Menschen ab, ist das eine Steilvorlage für eine Branche, die genau damit traditionell wirbt. Konkret: Nutzen Sie diese Studie als Argument in der eigenen Mitarbeiterkommunikation – persönlicher Service ist kein Auslaufmodell, sondern laut aktuellen Daten das, was Gäste am meisten wollen.


📌 Zum Weiterlesen

Wenn Gäste laut dieser Ausgabe mehrheitlich einen Menschen am Empfang wollen und Sie gleichzeitig wissen möchten, woher die eigenen Gäste eigentlich kommen und was sie als Nächstes vorhaben – dann lohnt sich ein genauerer Blick auf die eigenen Quellmärkte, nicht nur auf globale Durchschnittswerte. Genau dafür entwickle ich im Kundenauftrag das Marktinformationssystem: einen stufenweise wachsenden Quellmarkt-Report, der zeigt, woher Ihre Gäste kommen, wie sich einzelne Märkte entwickeln und wo sich eine einseitige Abhängigkeit wie im Japan-Beispiel dieser Ausgabe aufbaut – aktuell im Pilotbetrieb für den deutschen Quellmarkt. Interesse, wie so ein Report für Ihre Destination aussehen könnte? Schreiben Sie mir einfach – unverbindlich, über gernot-riedel.com.

Damit endet der Tourismus Newsletter DACH KW 42 – gute Woche, und reisen Sie, im übertragenen Sinn, ruhig etwas langsamer.


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