Tourismus Newsletter DACH KW 38: Wachstum braucht jetzt eine Genehmigung
Willkommen zum Tourismus Newsletter DACH KW 38. Diese Woche verdichtet sich ein Muster, das schon länger in der Luft liegt: Wachstum im Tourismus wird zunehmend zur Verhandlungssache. Brüssel will Kommunen mehr Handhabe gegen Kurzzeitvermietungen geben, in Brixen diskutieren über 150 Menschen offen über Wachstumsgrenzen, und Google zieht sein Ferienunterkünfte-Modul aus dem gesamten Europäischen Wirtschaftsraum zurück – ausgerechnet wegen einer EU-Regulierung. Dazu: ein Kampagnenwechsel bei Schweiz Tourismus, ein neues Hilton in Salzburg und die Frage, ob Ihre Bewertungen längst die Visitenkarte sind, die eine KI zuerst liest.
🌍 Trend der Woche: Google zieht sein Ferienunterkünfte-Modul aus Europa zurück
Google hat am 8. September 2026 das Modul „Ferienunterkünfte“ (Vacation Rentals) aus den Suchergebnissen im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum entfernt – betroffen sind damit auch Deutschland und Österreich. Grund ist die laufende Anpassung an den Digital Markets Act: Google teilte betroffenen Partnern per E-Mail mit, man könne die bisherige Darstellung derzeit nicht rechtskonform anzeigen, und hoffe, „in Zukunft“ wieder eine Ferienunterkünfte-Erfahrung im EWR anzubieten. Betroffen sind vor allem die bislang prominent platzierten Direktbuchungslinks für Gastgeber; Google Maps und google.com/hotels bleiben vorerst unberührt, Nutzer außerhalb der EU sind laut Google nicht betroffen.
Die Entscheidung fällt in eine ohnehin angespannte Phase zwischen Google und der EU-Kommission: Erst im Sommer 2026 verhängte Brüssel eine Strafe von 460 Millionen Euro gegen den Konzern wegen Selbstbevorzugung in der Suche. HomeToGo-CEO Patrick Andrae kommentierte den Rückzug des Moduls öffentlich als Vorteil für den fairen Wettbewerb – ein Hinweis darauf, dass etablierte europäische Vermittlungsplattformen von Googles Rückzug profitieren könnten, während einzelne Gastgeber mit Direktbuchungslink kurzfristig an Sichtbarkeit verlieren.
Für die Praxis: Wer als Ferienwohnungs-, Chalet- oder Privatzimmervermieter im DACH-Raum bislang stark auf das Google-Modul für Direktbuchungen gesetzt hat, muss mit einem spürbaren Sichtbarkeitsverlust rechnen. Jetzt ist der Moment, breiter aufzustellen: Google Business Profile und Maps aktiv pflegen, die eigene Website such- und zunehmend KI-suchmaschinentauglich aufbereiten und parallel auf etablierte Vermittler setzen. Die Episode zeigt, wie schnell regulatorisch bedingte Plattformänderungen auf die Sichtbarkeit einzelner DACH-Betriebe durchschlagen.
Quelle: PhocusWire, 8.9.2026
🇦🇹 Österreich
EU-Kommission will Kurzzeitvermietungen strenger regulieren – Wien kündigt Verschärfung an
Die EU-Kommission hat am 9. September 2026 den „Affordable Housing Act“ vorgestellt. Er soll einen einheitlichen europäischen Rahmen für die Regulierung von Kurzzeitvermietungsplattformen wie Airbnb schaffen: Behörden sollen künftig Gebiete mit besonders angespanntem Wohnungsmarkt ausweisen können, etwa anhand des Verhältnisses von Immobilienpreisen zu Einkommen. Einschränkungen müssten auf nachvollziehbaren Daten beruhen und sich auf die betroffenen Gebiete beschränken. Sowohl die EU-Mitgliedstaaten als auch das Europäische Parlament müssen dem Vorschlag noch zustimmen.
Wiens Bürgermeister Michael Ludwig begrüßte den Vorstoß und kündigte an, die Stadt werde ihn zum Anlass nehmen, die Wiener Regeln für Kurzzeitvermietungen weiter zu verschärfen. Konkrete Details zur geplanten Verschärfung nannte er bislang nicht.
Für die Praxis: Betriebe im Städtetourismus und regulär gemeldete Beherbergungsbetriebe sollten die weitere Gesetzwerdung beobachten. Eine EU-weite Vereinheitlichung kann mittelfristig den Wettbewerbsdruck durch nicht angemeldete Kurzzeitvermietung senken – konkrete Auswirkungen auf Wien lassen sich aber erst nach Vorliegen der städtischen Pläne beurteilen.
Quelle: help.ORF.at, 9.9.2026
Bund fördert regionale Tourismusprojekte mit 500.000 Euro
Das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus hat die neue Förderschiene „Regionale Zukunftsperspektiven im Tourismus“ gestartet: Insgesamt 500.000 Euro stehen für regionale Projekte bereit, gefördert werden bis zu 80 Prozent der förderbaren Sach- und Investitionskosten bei Gesamtprojektkosten zwischen 10.000 und 50.000 Euro. Der Aufruf ist Teil der Umsetzung der Tourismusstrategie Vision T.
Einreichberechtigt sind Arbeitsgemeinschaften aus mindestens drei KMU der Tourismus- und Freizeitwirtschaft, gemeinnützige Vereine mit mehrjähriger touristischer Bedeutung sowie Tourismusverbände – jeweils mit Unterstützungsschreiben von Gemeinde und zuständigem Tourismusverband. Im Fokus stehen Lebensraumkonzepte, Tourismusakzeptanz und regionale Zusammenarbeit. Die Einreichfrist endet Mitte November 2026.
Für die Praxis: Regionale Kooperationen aus Beherbergung, Gastronomie und Gemeinden sollten die Fördervoraussetzungen jetzt prüfen und rechtzeitig die nötigen Unterstützungsschreiben organisieren – bei einer Frist Mitte November bleibt wenig Vorlaufzeit für die Partnersuche unter mindestens drei Betrieben.
Quelle: GASTRO.at, 9.9.2026
Hilton eröffnet erstes Haus in Salzburg
Anfang September 2026 hat mit dem Hampton by Hilton Salzburg Messe das erste Hilton-gebrandete Hotel der Stadt eröffnet. Betreiber ist die Schiehser Hotels Gruppe. Das Haus in der Schmiedingerstraße verfügt über 102 Zimmer auf vier Stockwerken, dazu Bar, Außenterrasse und Fitnessbereich; die Lage nahe Messezentrum und A1 zielt auf Geschäftsreisende und Messegäste. Die Eröffnung schafft rund 20 neue Arbeitsplätze.
Sie fällt in eine Phase spürbarer Bewegung im Salzburger Markenhotelmarkt: Bereits Anfang September übernahm die Motel One Group das bisherige Hyperion Hotel im Palais Faber und führt es künftig als The Cloud One. Internationale Hotelmarken verstärken damit ihre Präsenz in einem der wichtigsten österreichischen Städtetourismusmärkte.
Für die Praxis: Etablierte Salzburger Anbieter sollten die wachsende Markenkonkurrenz im Geschäfts- und Messesegment im Blick behalten und prüfen, wie sie sich gegenüber standardisierten internationalen Konzepten über persönlichen Service und regionale Authentizität differenzieren können.
Quelle: GASTRO.at, 10.9.2026
Niederösterreich-CARD verzeichnet Rekordsommer
Die Niederösterreich-CARD zieht eine positive Sommerbilanz: Laut Niederösterreich Werbung wurden im Juli und August 2026 rund 630.000 Ausflüge mit der Karte registriert – deutlich mehr als im bisherigen Rekordsommer 2025. Besonders stark waren die Wiener Alpen (rund 150.000 Ausflüge) und das Mostviertel (rund 130.000, zusätzlich befeuert durch die laufende Landesausstellung). Freibäder verzeichneten ein Nutzungsplus von 20 Prozent, Bergbahnen von 16 Prozent.
Auch bei der Kartenzahl wurde ein neuer Bestwert erreicht: In der laufenden Saison 2026/27 sind 240.800 Karten im Umlauf, im Schnitt mit 2,7 Nutzungen pro Karte während der Sommerferien. Das Angebot umfasst rund 365 Ausflugsziele in Niederösterreich und angrenzenden Bundesländern, die Saison läuft bis Ende März 2027.
Für die Praxis: Destinationen und Ausflugsziele können das NÖ-CARD-Modell als Beleg dafür lesen, dass Ausflugskarten verlässlich Frequenz bringen – insbesondere für die Aktivierung der Nebensaison, da die Karte bis in den Winter gültig ist und viele angeschlossene Ziele auch außerhalb der Sommermonate geöffnet halten.
Quelle: GASTRO.at, 11.9.2026
🇩🇪 Deutschland
Übernachtungszahlen im Juli auf Rekordkurs – Halbjahresbilanz übertrifft Vor-Corona-Niveau
Das Statistische Bundesamt (Destatis) meldete am 11. September 2026 vorläufige Ergebnisse zum Tourismus in Deutschland: Im Juli 2026 verzeichneten die Beherbergungsbetriebe 58,4 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste – ein Plus von 3,2 Prozent gegenüber dem Juli des Vorjahres. Übernachtungen von Inlandsgästen stiegen um 3,2 Prozent auf 47,7 Millionen, jene von Auslandsgästen ebenfalls um 3,2 Prozent auf 10,8 Millionen. Erfasst werden Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Betten beziehungsweise zehn Stellplätzen.
Für den Zeitraum Jänner bis Juli 2026 summierten sich die Übernachtungen auf 282,1 Millionen, um 0,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und um 0,4 Prozent über dem bisherigen Rekordwert aus dem Vor-Corona-Jahr 2019. Detaillierte, nach Bundesländern und Betriebsarten aufgeschlüsselte Ergebnisse will Destatis laut eigener Ankündigung erst Ende September 2026 veröffentlichen.
Für die Praxis: Lesen Sie die Zwischenbilanz als Bestätigung einer stabilen Inlandsnachfrage, ruhen Sie sich aber nicht darauf aus: Sobald Ende September die Detailtabellen vorliegen, lohnt sich ein Abgleich der eigenen Sommerbilanz mit der Region und der Betriebsart – erst dort zeigt sich, ob der Bundestrend bei Ihnen ankommt.
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 324, 11.9.2026
🇨🇭 Schweiz
Schweiz Tourismus beendet Kampagnen-Zusammenarbeit mit Roger Federer
Nach fünf gemeinsamen Jahren verzichtet Schweiz Tourismus (ST) in der neuen Herbstkampagne erstmals auf Roger Federer als Werbeträger. Das bestätigte ST-Marketingchef André Hefti am 8. September 2026 gegenüber htr.ch. Einen Ersatz für den Tennisstar werde man bewusst nicht suchen: Man wolle die Schweiz nicht über ein neues bekanntes Gesicht, sondern auf überraschende, neue Art erzählen.
Die Zusammenarbeit hatte 2021 mit der Kampagne „No Drama“ (mit Robert De Niro) begonnen, gefolgt von Kampagnen mit Anne Hathaway (2022, laut ST reichweitenstärkste Schweizer Marketingaktion), Trevor Noah (2023, plus 59 Prozent Umsatz beim Swiss Travel Pass), Mads Mikkelsen (2024) und zuletzt Halle Berry (2025). Details zur neuen Kampagne kündigte Hefti „in Kürze“ an.
Für die Praxis: Der Strategiewechsel signalisiert, dass Schweiz Tourismus künftig stärker auf Themen und Erzählweise statt auf einen einzelnen Prominenten setzt. Anbieter, die ihre eigene Vermarktung an ST-Kampagnenmotive anlehnen, sollten die für Herbst angekündigte Neuausrichtung frühzeitig verfolgen, um an die neue Bildsprache anschlussfähig zu bleiben.
Quelle: htr.ch, 8.9.2026
Schweizer Reisebranche erwartet Umsatzrückgang 2026, aber steigende Herbstnachfrage
Der Schweizer Reise-Verband (SRV) rechnet für das laufende Jahr mit einem Umsatzrückgang von 5 bis 10 Prozent, wie er laut htr.ch am 10. September 2026 mitteilte. Schweizer Reisende verzichten demnach nicht grundsätzlich auf Ferien, entscheiden aber bewusster über Ziel, Zeitpunkt und Preis: Bei knappem Budget wird eher die Zahl der Reisen reduziert, während die Ausgaben pro Buchung stabil bis leicht über Vorjahresniveau liegen. Als größten Belastungsfaktor nennt der Verband geopolitische Spannungen, die vor allem Reisen in den Nahen Osten sowie Fernreisen nach Asien und Ozeanien bremsen.
Für Herbst und Winter meldet der SRV hingegen steigende Nachfrage und positive Buchungseingänge; gefragt sind unter anderem Griechenland, Zypern, Mallorca, Ägypten und die Kanaren.
Für die Praxis: Auch wenn sich die Zahlen auf Reisebüros und nicht direkt auf Beherbergungsbetriebe beziehen, lohnt sich der Blick auf die Zielgebiets-Verschiebung: Anbieter im Herbst- und Wintergeschäft profitieren vom wachsenden Bedürfnis nach persönlicher Beratung und Planungssicherheit, das der SRV für die kommenden Monate beschreibt.
Quelle: htr.ch, 10.9.2026
🇮🇹 Südtirol
Südtirols Tourismus sucht den Weg „Vom Boom zur Balance“
Über 150 Menschen – deutlich mehr als die von den Veranstaltern erwarteten 80 bis 100 – diskutierten am 10. September 2026 in der Cusanus-Akademie in Brixen unter dem Titel „Vom Boom zur Balance“ über die Zukunft des Südtiroler Tourismus. Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Gewerkschaft und Heimatpflege nahmen teil, ausgerichtet als dreitägiges internationales Seminar der Europäischen Bewegung Christlicher Arbeitnehmer. Ausgangspunkt: 2025 verzeichnete Südtirol rund 38 Millionen Nächtigungen, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste liegt inzwischen bei 4,3 Tagen.
Diskutiert wurden vor allem die Kehrseiten des Wachstums: Arbeitsbedingungen und Wohnraum für Beschäftigte, Verkehr und knappe Ressourcen. Die Brixner Stadträtin Sara Dejakum verwies auf den Rückgang der Privatzimmerlizenzen in der Stadt, Hotelier Michil Costa sprach sich für verbindliche ökologische Wachstumsgrenzen aus, Claudia Plaikner vom Heimatpflegeverband forderte eine stärkere Auseinandersetzung mit den Folgen für Landschaft und Lebensraum. Auch höhere Abgaben in besonders stark frequentierten Gebieten wurden angesprochen.
Für die Praxis: TVBs und Betriebe sollten sich auf eine intensivere öffentliche Debatte zu Tragfähigkeit, Mitarbeiterwohnraum und möglichen zusätzlichen Abgaben in Hotspot-Gemeinden einstellen – das Thema wird von Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft gemeinsam vorangetrieben, nicht mehr nur von einzelnen Kritikern.
Quelle: Südtirol News, 12.9.2026
HGV: Bewertungsportale werden zur Visitenkarte bei KI-Suchanfragen
Der Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) machte am 14. September 2026 in einem Beitrag seiner Abteilung Web Marketing darauf aufmerksam, dass Bewertungsportale zunehmend zur Informationsquelle für KI-gestützte Suchsysteme wie ChatGPT, Claude, Google Gemini und Microsoft Copilot werden. Der HGV ordnet diese Entwicklung der generativen Suchmaschinenoptimierung (GEO) zu: Inhalte werden so gestaltet, dass KI-Systeme sie erkennen, verstehen und im besten Fall als Quelle für Empfehlungen nutzen.
Laut HGV erhöht eine hohe Zahl authentischer, aktueller Gästebewertungen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Betrieb in KI-generierten Antworten oder Reiseempfehlungen berücksichtigt wird. Entscheidend sei der professionelle Umgang mit Feedback: Individuelle, wertschätzende Antworten, die Betriebsname, Standort und Merkmale wie Wellnessbereich, Restaurant oder Familienfreundlichkeit organisch einbinden, verbessern den inhaltlichen Kontext, den Suchmaschinen und KI-Systeme zur Einordnung nutzen.
Für die Praxis: Bewertungsmanagement wird vom reinen Servicethema zum Baustein digitaler Sichtbarkeit. Ermutigen Sie Gäste aktiv zu Bewertungen und nutzen Sie jede Antwort, um Betriebsname und zentrale Merkmale natürlich einzubauen, statt nur knapp „Danke“ zu schreiben.
Quelle: HGV Südtirol, 14.9.2026
🔍 Insider-Radar im Tourismus Newsletter DACH KW 38
- Ryanair bremst die KI-Euphorie. CMO Dara Brady nannte die bisherigen KI-Marketingergebnisse des Billigfliegers offen wenig überzeugend, kündigte aber an, Segmentierung und Angebotserstellung künftig weitgehend per KI-Agent zu automatisieren – mit spürbar weniger menschlicher Kontrolle in den nächsten 18 bis 24 Monaten. (PhocusWire, 9.9.)
- Booking verliert vor EU-Gericht. Das Gericht der Europäischen Union hat Booking Holdings‘ Klage gegen das Verbot der 1,63-Milliarden-Euro-Übernahme von Etraveli am 9. September vollständig abgewiesen und damit die Kommissionsentscheidung von 2023 bestätigt; Booking prüft nun eine weitere Beschwerde vor dem Europäischen Gerichtshof. (PhocusWire, 9.9.)
- Google testet neues Werbeformat für Hotelbuchungen. Cendyn testet seit 8. September als einer der ersten Hospitality-Anbieter Googles neue „Search Campaigns for Travel“ in einer geschlossenen Beta: Live-Verfügbarkeits- und Ratendaten fließen direkt in Googles KI-gestütztes Smart Bidding, Buchungslinks und Suchanzeigen laufen erstmals in einer einzigen Kampagne – ein möglicher Vorbote für ein neues Anzeigenformat, das mittelfristig auch DACH-Betriebe betreffen dürfte. (Hospitality Technology, 8.9.)
- Dynamic Pricing rückt näher an die Buchungsplattform. Guesty und AirDNA verknüpfen seit 8. September ihre Systeme direkt: Belegungs- und Ratendaten aus Guesty-Portfolios fließen automatisch in AirDNAs neues Preistool Adapt, Empfehlungen lassen sich zurückspielen – ein Automatisierungstrend im Revenue Management, der auch Ferienwohnungs-Anbieter im DACH-Raum zunehmend erreicht. (PR Newswire, 8.9.)
Tool der Woche
Der Ahrefs AI Visibility Checker (ahrefs.com/ai-visibility-checker) zeigt in wenigen Sekunden, ob und wie oft ChatGPT, Google Gemini, Perplexity, Microsoft Copilot und die KI-Übersichten von Google einen Namen in ihren Antworten erwähnen. Sie tippen einfach den Namen Ihres Hotels, Ortes oder Tourismusverbands ein und sehen sofort, welche KI-Systeme ihn kennen, zu welchen Themen er genannt wird und von welchen Webseiten die KI-Systeme ihre Informationen beziehen. Eine Anmeldung ist nicht nötig, die Nutzung kostenlos und unbegrenzt – passend zur HGV-Meldung dieser Ausgabe ein guter erster Test, ob Ihr Betrieb in den neuen KI-gestützten Suchanfragen überhaupt vorkommt.
💬 Gernots Einschätzung
Diese Woche sehe ich drei Meldungen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben – und die trotzdem dieselbe Geschichte erzählen. Brüssel will Kommunen mehr Handhabe gegen Kurzzeitvermietungen geben. In Brixen diskutieren Hotelier, Stadträtin und Heimatpflegeverband öffentlich über verbindliche Wachstumsgrenzen. Und Google muss sein Ferienunterkünfte-Modul aus ganz Europa nehmen, weil es einer EU-Regulierung nicht mehr genügt. Drei völlig unterschiedliche Schauplätze, ein gemeinsamer Nenner: Wachstum im Tourismus ist keine private Angelegenheit von Anbieter und Plattform mehr, sondern eine Frage, bei der Politik, Nachbarschaft und Regulierer inzwischen mitreden – und zwar bevor der Betrieb eröffnet, nicht erst danach. In drei Jahrzehnten Destinationsarbeit habe ich erlebt, wie oft Wachstum als Selbstzweck verkauft wurde: mehr Betten, mehr Nächtigungen, mehr Ankünfte. Was sich gerade ändert, ist die Beweislast. Wer heute eine Destination oder einen Betrieb führt, muss nicht mehr nur erklären, warum er wachsen will – sondern zunehmend, warum die Nachbarschaft, der Wohnungsmarkt und die Infrastruktur dieses Wachstum tragen sollen. Das ist unbequem für jeden, der in Betten und Auslastung denkt. Es ist aber die ehrlichere Grundlage für alles, was danach kommt.
Gernot Riedel | gernot-riedel.com
✍️ Aus meiner Feder
Passend zur Wachstumsdebatte dieser Ausgabe habe ich vergangene Woche den Auftakt zu einer neuen Serie veröffentlicht: Neun Bundesländer, neun Antworten auf dieselbe Zukunft. Österreichs Tourismus verzeichnete 2025 ein Rekordjahr und einen Rekordwinter, doch das Wachstum kühlt spürbar ab – und KI, Quellmärkte und Klimawandel treffen jedes Bundesland unterschiedlich. In den kommenden Wochen nehme ich jedes Bundesland einzeln unter die Lupe: Zahlen, Stärken, Schwächen und die tatsächlichen Mitbewerber.
Zum Auftakt: Österreichs Tourismus 2026: Neun Bundesländer, neun Antworten auf dieselbe Zukunft – auf gernot-riedel.com
📌 Zum Weiterlesen
Wenn Bewertungsportale zur Visitenkarte bei KI-Suchanfragen werden und Google Module über Nacht aus dem EWR nimmt – wie beides in dieser Ausgabe zu lesen war –, dann reicht es nicht mehr, KI als Randthema zu behandeln. Genau deshalb gebe ich meine KI-Workshops für Tourismusbetriebe und Destinationen: keine Theorie, sondern ein Vormittag oder Tag, an dem Ihr Team direkt an den eigenen Texten, Profilen und Prozessen übt – von der Gästekommunikation bis zur digitalen Sichtbarkeit. Der Herbst ist dafür ein guter Zeitpunkt, solange das Budget für 2027 noch nicht verplant ist. Mehr dazu und ein unverbindliches Gespräch auf gernot-riedel.com.
Damit endet der Tourismus Newsletter DACH KW 38 – gute Woche, und bleiben Sie verhandlungsbereit.
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