Nachdem hier von mir in den letzten Monaten immer nur Beiträge rund um Tourismus oder KI zu lesen waren, ist es nun (aus aktuellem Anlass) wieder mal an der Zeit, etwas sehr persönliches zu verfassen.

Wieder einmal hat, an einem supersonnigen schönen Skitag, der Verletzungsteufel bei mir zugeschlagen. Wie so oft im Leben hat es eigentlich harmlos begonnen, kurzer Ausrutscher, kein spektakulärer Aufprall wie letzten Winter bei meinem Beckenbruch. Und dennoch – die Wirkung bremst mich wieder einmal ziemlich aus. Seit wenigen Monaten wieder fit, beginnt der Weg der Regeneration wieder einmal von vorne….

Das „Schöne “ daran – ich weiß inzwischen mehr als genau, wie man sich, wie gerade in Olympiazeiten ja auch viele Sportler, fühlt, wenn man wieder (ganz) oben stehen kann, seinen Körper frei bewegen kann, dem Leben freien Lauf zu lassen und einfach zu genießen. Dazu gehört aber offensichtlich auch, zu wissen, wie es sich anfühlt, immer wieder neu aufzustehen, von vorn zu beginnen.

Ein menschliches Bein mit einem Verband auf dem Knie, das auf einem Tisch liegt.
Nach der OP ist vor dem Comeback

Jeder Sturz – ein neuer Anfang

Ich müsste lügen, wenn ich inzwischen nicht kämpfen muss, mich nach meiner vierten schwereren Verletzung in den letzten 23 Jahren neuerlich zu motivieren. Nicht nur Schmerzen zu überwinden, sondern auch all unsere notwendigen Muskeln wieder neu zu stärken. Die Stimme im Kopf („irgendwie mag ich jetzt nimma“) zu überwinden. Die immer wieder wahnsinnig schnell schwindende Muskulatur doch wieder neu aufzubauen.

Es geht gar nicht so sehr darum, so schnell als möglich wieder auf Skiern, am Bike oder in Wanderschuhen zu stehen. In all diesen Momenten wird einem (mir) immer wieder aufs neue bewusst, dass fast nichts im Leben selbstverständlich ist. Aufstehen, gehen, schmerzfrei bewegen – ja selbst banale Dinge wie sich ohne Verrenkungen anziehen zu können, werden dann zu einer Aufgabe, die es zu bewältigen gilt. Umso mehr kann man es dann aber auch genießen, wenn der „normal“ Zustand wieder hergestellt ist. Wenn es wieder locker und leicht raus in die Natur, rauf auf den Berg oder aufs Bike geht und man sich dann auch wieder umso mehr darüber freut.

Mit Musik neue Kraft sammeln..

Neue Kraft sammeln

Also: einmal mehr heisst es: Physio, erste kräftigende Übungen, Beweglichkeit, etliche Kilometer am Ergometer strampeln und diesmal auch so bald als möglich wieder ins Fitnessstudio.
Einmal mehr bewundere ich Sportler wie aktuell Federica Brignone, die noch vor einem Jahr mit 4-fach gebrochenem Knie und gerissenem Kreuzband am Boden zerstört war, für ihren Willen, knapp ein Jahr später nochmal zwei olympische Goldmedaillen zu gewinnen, da ich (annähernd) nachvollziehen kann, wie schwer dieser Weg manchmal sein muss und war.
Ich bewundere sie für diesen Willen, sich so hart zurück zu kämpfen, auch wenn sie selbst sagt, sie würde diese Medaillen gerne gegen einen gesunden Körper tauschen – „mein Knie ist ruiniert, mein Bein nicht mehr gerade“….

Diese – und viele andere Geschichten – zeigen, daß wir alle einfach nur dankbar sein müssen, wenn wir uns, körperlich und auch gesellschaftlich, so frei wie möglich bewegen können. Es zeigt, daß Freiheit kein selbstverständliches Gut ist. Es zeigt auch, daß wir uns durch Stürze, die das Leben so mit sich bringt, trotz allem nicht aus der Bahn werfen lassen sollten. Und es zeigt, wie schön es sein kann, nach dem Aufstehen all das vorher so Selbstverständliche vielleicht wieder etwas mehr als vorher genießen zu können.

Somit mache auch ich mich, wieder einmal, auf den Weg zurück zur körperlichen Fitness (und, ganz ehrlich, es ist durchaus kräfteraubend). Aber jedes Mal aufs Neue darf man hoffen, daß es zumindest in dieser Hinsicht der letzte Sturz war und dies nur ein weiteres Kapitel in unserem Leben war.

Also – auf gehts „eini ins Leben“, hin zu neuer Stärke und der Hoffnung, daß es jetzt „genug“ war mit derartigen Bremsmanövern, zu denen uns das Leben zwingt. Nicht den Mut verlieren, nicht aufgeben und dadurch als Mensch und auch mit seinem Körper wieder in Einklang zu gelangen…


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